Eigener Bericht vom 2. Familientreffen

Samstag, der 31.August. Um 15.00 Uhr holt der Bus die Teilnehmer zunächst vom Comfort- und anschließend vom City-Hotel ab. Die Fahrt endet an der Museumsmeile am alten Hafen und die Teilnehmer erreichen ihr Ziel: die Seute Deern. Auf dem Zwischendeck des alten Dreimasters, der als Restaurations- und Museumsschiff fest verankert liegt, haben Dieter, Bernd, Gaby, Guido, Marc und Jörg alles vorbereitet. Nach einem „Hallo“, „Schön, hier zu zu sein!“, „Wie geht´s Dir?“ folgen dann auch Stimmen wie „Nice to be here!“, „I´m so glad to ...“, „It´s wonderfull to meet so much Roffmanns..“.

Der große Wunsch, speziell zum Motto des Treffens „Auswanderer“, auch Nachkommen von Roffmann-Auswanderern dabei zu haben, hat sich erfüllt. Aus Missouri sind angereist: Clair (83!) mit ihrem Partner J.T. (84!), Mary und Greg, Kenneth (Ken) und Penelope, Kathy in Begleitung ihrer „deutschen Tochter“ Susi aus Hamburg. Aus Illinois Phyllis. Ihre Töchter Amy und Jennifer reisten aus Arizona und Ohio an.
Wieder dabei sind die Hildesheimer Nachkommen aus Wiesbaden mit Karl (91!), Gerd, Erika und Ingeborg aus Aachern-Groß Weiher.
Nach wie vor ist der Adenstedter Familienteil der größte, und viele sind gekommen: Jörg und Gudrun, Werner und Marlies, Willy und Margrit, Kerstin mit Tochter Svenja, Wolfgang, Otto und Ingeborg sowie Karl aus Hildesheim.
Aus der Schellerter Linie kommen Gerhard und Brunhilde, Andreas und Conny mit ihren Kindern Oliver und Julia, Udo und Gaby mit Sohn Stephan, Gerda, Bernd und Sabine, Jörg und Martina mit ihren Kindern Marc, Sven und Lisa.
Als Nachkommen der Bremerhaven-Linie sind Kurt und Hans-Peter aus Soest und Dieter aus Bremerhaven gekommen.
Aus der Ostpreussenline der Familie sind Helene und Alfred aus Düsseldorf angereist.
Und aus der Equord-Linie Dieter, Gaby und Guido aus Bremerhaven.

Nach einer gemütlichen Kaffee- und Kuchenpause erläutert Dieter zunächst die Geschichte unseres besonderen Veranstaltungsortes – des Dreimasters „Seute Deern“. Anschließend gibt Jörg nach der Vorstellungsrunde einen Überblick über die neuesten Forschungsergebnisse zu den Ahnen. Bereits um 1516 wird erstmals ein Tileke im Bürgerbuch der Stadt Stadthagen (bei Hannover) aufgeführt. Es folgen weitere Einträge über einen Cord und eine Margarete.

Dann geht´s zum eigentlichen Thema Auswanderung. Die Frage, warum R´s von Kemme auswanderten läßt sich im wesentlichen durch die allgemeine schlechte Situation (Überbevölkerung, Armut, Aussichtlosigkeit u.a. Gründe) beantworten. Am Beispiel eines Antrages aus dem Jahre 1847 von Hermann zum Betreiben einer Handgrützmühle, wurde die starke Reglementierung der Bevölkerung erläutert. Hermann ist einige Jahre später mit seiner Familie ausgewandert. Ein weiterer Grund, Deutschland nach der gescheiterten Revolution 1847/48 zu verlassen.

Nach der allgemeinen Einführung werden zunächst die nach Ostpreussen ausgewanderten R´s behandelt..Als Nachkomme gibt Helene anhand einiger präsentierter Bilder einen interessanten Bericht zu Ostpreussen, wie sich das Leben in der Elchniederung am kurischen Haff abgespielt hat. Aufgrund der schwierigen Forschungsbedingungen in dem heutigen Russland ist es bisher noch nicht gelungen, diesen Familienteil mit den anderen zu kombinieren. Ein Nachkomme aus dieser Linie, Wolfgang Udo, ist aus Deutschland nach Australien ausgewandert und hat dort eine Familie gegründet

Anschließend geht´s nach Nord-Amerika, wo die vermutlich erste R-Familie am 12.März 1849 mit dem Segelschiff „Fama“ in New Orleans ankommt. Mit dem Flussschiff ging es dann weiter in die Region von St.Louis in Missouri. Diese Region schien die bevorzugte Region für R-Auswander zu sein. Von den 3 Töchtern und 2 Söhnen sind bisher keine weiteren Nachkommen bekannt, bzw. der eine Sohn Frederik starb kurz nach der Familiengründung und Todgeburt des einzigen Kindes. Diese Geschichte wurde ausführlich präsentiert.

Die Auswanderer des am 22.November 1852 in New Orleans angekommenen Auswanderer-Schiffs „Hannah Crocker“ ließen sich direkt in St.Louis nieder. Deren Nachkommen sind bekannt und einige auch anwesend. Es sind Claire, Kathy, Mary und Ken - teilweise mit ihren Partnern. Hier hat es sich bezahlt gemacht, dass der Internetauftritt/die Homepage „Familienforschung und Archiv Roffmann“  in die englische Sprache (dank Karl aus Hildesheim) übersetzt wurde. Ken hatte die Homepage über eine Suchmaschine gefunden und ist seitdem mit Jörg in Kontakt.

Von diesem Familienteil, ca. 80km ostwärts von St. Louis, hatte sich eine weitere R-Familie in Worden in Illinois niedergelassen. Ankunft sowie Schiffsname sind bisher nicht bekannt. Erstaunlicherweise kannten sich die heutigen Nachkommen beider Auswandererfamilien nicht. Erst durch die Forschungsaktivitäten und durch die Vorbereitungen dieses Familientreffens haben diese Nachkommen voneinander erfahren. Anwesend sind Phyllis, Amy und Jennifer. Der Worden- Familienteil wurde relativ einfach gefunden. Im Internet existiert eine Friedhofsliste von Worden, in der alleine 12 R-Personen mit ihren Geburts- und Sterbedaten aufgelistet sind. Einige Nachkommen waren als Farmer sehr erfolgreich. William and Charles gründeten eine (für Kemmer Verhältnisse) große Doppelfarm mit über 80 Hektar ( 211 acres) Land.

Zwischenzeitlich ist die Presse eingetroffen. Die Reporterin von der Nordsee-Zeitung interviewt Ken stellvertretend für alle amerikanischen Teilnehmer sowie Dieter und Jörg. Das Gruppenfoto wird dann an Deck der „Seute Deern“ gemacht. Der Artikel ist online unter www.nordsee-zeitung.de im Archiv auffindbar. Eine Kopie ist diesem Bericht beigefügt. Entgegen der Zahl 60 im Zeitungsbericht sind wir insgesamt 52 Personen.

Nach dem leckeren kalt-warmen Buffet an Bord (es gab viel Fisch) setzt Dieter die Veranstaltung fort und berichtet über die Stadt Bremerhaven. Besonders interessant ist die historische Entwicklung vom kleinen Hafen an der Geeste-Mündung über die rasante Entwicklung zum Auswandererhafen und das damit verbundene Geschäft für die Stadt Bremerhaven. Heute ist Bremerhaven ein bedeutender Umschlagplatz für Waren aus aller Welt.
Es ist bereits 21.00 Uhr vorbei als Ken seine Präsentation über die R´s von St.Louis beginnt. Neben Fotos von der Familie/den Familien und den Vorfahren zeigt er auch die heutigen Wohnsitze und vermittelt einen guten Eindruck, wie unsere Verwandten dort leben. Auch sind die Bilder über das historische und heutige St.Louis sehr eindrucksvoll.

Alle amerikanischen Teilnehmer erhalten anschließend Gastgeschenke als Dank für ihr Kommen. Es sind englisch-sprachige Bücher über Hildesheim und Bremerhaven, sowie gerahmte historische Karten von Kemme und kolorierte Auszüge aus dem großen Familienstammbaum.
Der restliche Abend verläuft mit vielen netten Gesprächen an den Tischen, bis gegen 23.15 Uhr zum Aufbruch geblasen wird. Der Bus bringt die Teilnehmer wieder zurück in die Hotels. Einige nutzen noch die laue Sommernacht und setzten ihre Gespräche bei einem gutem Glas Bier oder Wein in einer der vielen Kneipen am alten Fischereihafen fort.

Am Sonntag, den 01. September endet die Nacht für einige Gäste des Comfort-Hotels bereits um 06.30 Uhr. Auf dem Marktplatz des alten Fischereihafens haben sich viele Skater versammelt und die Veranstalter beginnen, die Teilnehmer mit lauter Musik auf ihren bevorstehenden Start nach Bremen vorzubereiten. Die Stimmung bei allen Teilnehmern ist trotzdem gut. Einige der amerikanischen Teilnehmer haben für den Sonntag andere Pläne (Deutschland, bzw. Europa kennen lernen) und verabschieden sich in der Hotellobby von ihren deutschen Verwandten und Freunden.

Gegen 10.00 Uhr geht´s im Konvoi zum „Histrisches Museum Bremerhaven“. Die dortige Sonderausstellung zum Thema Auswanderung bildet einen schönen und gelungenen Schlußpunkt zum Motto des Treffens. Die dort beheimatete Deutsche Auswanderer-Datenbank ist an diesem Tage leider nicht funktionsfähig. Das macht aber nichts, weil bereits am Vorabend entsprechende Auswandererurkunden gezeigt wurden.

Im Konvoi wieder am alten Fischereihafen angekommen, wird gegen 12.30 Uhr ein typisches Seefahrer-Mahl in einem der kleinen Restaurants am Schaufenster serviert, Labskaus. Nur Wenige konnten sich damit gar nicht anfreunden.
Dieter und Jörg verabschieden die Teilnehmer bereits im Restaurant, bevor sich alle noch einmal für ein Gruppenfoto bei schönem Wetter an der Hafenmole aufstellen. Die Idee von Ken und Amy, das nächste Mal ein Treffen in den USA zu veranstalten, findet bei einigen Teilnehmern bereits große Zustimmung.

Vielen Dank für´s Kommen und bis zum nächsten Mal!

Vielen Dank an die Organisatoren Bernd und Sabine, Gaby und Guido, Jörg und Tina und besonders an Dieter!

Familienforschung / Familienarchiv Roffmann